Familientherapie

Familien-Therapie

Gemeinsam wieder ins Gleichgewicht kommen

Häufig signalisiert ein „problemhaftes“ Familienmitglied mit seinem extremen Verhalten, dass seine Familie zur Zeit nicht im Gleichgewicht ist. Nicht allein dieses „Sorgenkind“, sondern die ganze Familie steht im Mittelpunkt der Therapie.

Die Ressourcen jedes Einzelnen werden bewusst und fühlbar gemacht, sodass in der Familie die vorhandenen Selbstheilungskräfte durch die therapeutische Arbeit geweckt werden können.

Einfühlend und sorgsam arbeite ich die familiäre Beziehungsdynamik heraus, um festgefahrene Strukturen und Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern.

Indikationen für eine Familientherapie

  • Auffälliges Verhalten eines einzelnen Familienmitgliedes
  • Unauflösbare Spannungen innerhalb der Familie
  • Resignation in der Partnerschaft
  • Trennungs- und Scheidungssituation
  • Abhängigkeit innerhalb von Beziehungen
  • Frustration und Hilflosigkeit einzelner Familienmitglieder
  • Vereinzelte Zustände psychischer Verwirrung
  • Bewältigung schwerwiegender Ereignisse

Familienaufstellungen können eine hilfreiche Unterstützung sein

Was ist eine systemische Aufstellung?

Die Aufstellungsarbeit ist eine heilsame, wirkungsvolle und hilfreiche Methode. Sie unterstützt uns, Themen oder Konflikte, die uns belasten aufzudecken und zu lösen.

Im Alltag erleben wir oft Situationen, die wir gar nicht anstreben oder leben wollen. Doch passiert es ganz einfach und wir können nichts dagegen unternehmen und verändern. Wir können uns nicht erklären, warum z.B. unser Leben energielos verläuft, wir im Beruf keinen Erfolg haben, ein aufreibendes Verhältnis zu dem Thema Geld und Finanzen haben oder ein Familienmitglied an Essstörungen leidet.

Die Familienaufstellung ermöglicht ein Sichtbarmachen und ein Verstehen von verdeckten Zusammenhängen und Verbindungen. Diese sind unter folgenden Aspekten zu verstehen:

Wir alle sind mit unserer Familie, auch über Generationen hinweg energetisch verbunden. Mit manchen Familienmitgliedern leben wir eine tiefe Verbundenheit und zu anderen fühlen wir uns nicht so hingezogen. Trotz allem sind wir unbewusst mit allen Mitgliedern in Liebe verbunden, unabhängig wie eng oder lose der Kontakt gepflegt wird.

Fühlen wir uns aufgrund von einer Krankheit oder anderen Schwierigkeiten in einer herausfordernden Situation, kann es sein, dass wir für ein anderes Familienmitglied unbewusst mit leiden. Wir übernehmen sein Schicksal in ähnlicher Form. Diese Dynamik wird in der systemischen Familienaufstellung „Verstrickung“ genannt, welche die Ursache von verschiedensten psychischen und körperlichen Problemen sein kann.

Während der Aufstellungsarbeit wird die Verstrickung aus dem Unbewussten heraus gearbeitet, sichtbar gemacht und gelöst. Dadurch entwickelt sich ein tiefes inneres verstehen der Zusammenhänge und deren Auswirkungen. Es entsteht eine spürbare Entlastung, Entspannung und innerer Frieden. Die gewonnene Klarheit ermöglicht eine veränderte Ausrichtung und Haltung.

Neue Perspektiven für die Zukunft werden deutlich.

Praktische Beispiele einer Familienaufstellung

Ein Thema wird tabuisiert

Eine Mutter kam mit ihrem 9-jährigen Sohn zu mir in die Praxis. Der Junge litt seit seinem 5. Lebensjahr an Asthma. Sie erhoffte sich durch eine Familienaufstellung eine eventuelle Möglichkeit, den Ursprung der Symptome zu erfahren und die Zusammenhänge zu verstehen. Sie hatte die Hoffnung, aus dieser neu gewonnenen Erkenntnis mit der Krankheit reflektierter umzugehen und ihrem Kind zu helfen.
Die Mutter berichtete von ihrem verstorbenen Bruder, der als Erstgeborener kurz nach der Geburt starb. Als drei Jahre später die Mutter geboren wurde, galt sie in der Familie als Erstgeborene und der verstorbene Bruder wurde nicht erwähnt.
In der Aufstellung werden Vertreter für das Asthma und die jeweiligen betroffenen Menschen, die für dieses Thema bedeutend sind, aufgestellt.
Als ich den toten Onkel des asthmakranken Jungen in das System dazustellte, zog sich der Stellvertreter des Asthmas zurück, indem er sich von der aufgestellten Familie entfernte. Die Mimik des Stellvertreters des asthmakranken Jungen entspannte sich. Seine darauffolgende tiefe Durchatmung ließ seine Erleichterung erkennen.

Das Asthma war ein Ersatz für den nicht gewürdigten und gesehenen Onkel.

Dies wurde in der Aufstellung nachgeholt und es wurde die Ordnung wieder hergestellt.
Die Symptome des Asthmas nahmen ab und nach einem halben Jahr war der Junge beschwerdefrei.

Bulimie

Ein 16-jähriges Mädchen kam aufgrund ihrer Bulimie in meine Praxis. Sie schien sehr verzweifelt, da sie schon mehrere Therapien und stationäre Aufenthalte bewältigt hatte und sie sich selbst als therapieresistent bezeichnete.

Die Aufstellungsarbeit ergab, dass ihre Großmutter in einem Sanatorium an Unterernährung starb. Dieses Ereignis war meiner Klientin und deren Mutter nicht bekannt. Die Mutter meiner Klientin wuchs seit ihrem 3. Lebensjahr bei ihrem Vater und dessen zweiter Ehefrau auf. Über die leibliche Mutter wurde nicht viel gesprochen, nur dass sie in einem Heim gut untergebracht sei und es ihr dort sehr gut ginge.
Meine Klientin wollte unbewusst ihre Großmutter wieder in das Familiensystem integrieren. Ihr unbewusster Wunsch war, dass sie gewürdigt und verabschiedet werden kann.

Hier wird deutlich, was wir als Nachkommen aus unbewusster Liebe in unserem Leben auf uns nehmen.
Das Mädchen begann nach der Aufstellung allmählich mehr zu essen und sie behielt die Nahrung bei sich. Nach einigen Monaten war das Mädchen wieder völlig gesund.